Waldheim in Sachsen
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Zum Rittergut gehörten

Die Gebäude der "Häusler"

Bis zur Mitte des 19. Jahrhundert gehörten die Häuser auf dem Butterberg,
der Bauernwiese, des Storlwaldes und von Neuwallwitz zum Besitz des Rittergutes
Die „Häusler“ unterstanden bis 1855 der Gerichtsbarkeit des Rittergutsbesitzers.
Die so genannten „Häusler“ waren zu meist Tagelöhner, die auf den Feldern des Rittergutes arbeiteten und zusätzlich eine kleine Wirtschaft oder ein Handwerk betrieben.
Ab Mitte des 19. Jahrhundert konnten sie ihre Gebäude erwerben, daß heißt aber nicht, das sie keine Verpflichtungen mehr gegenüber dem Rittergutsbesitzer hatten.
Bei den meisten war eine Leibrente bestand des Ablösevertrages, die dem Rittergut bezahlt werden mußte.

Die Land- und Viehwirtschaft

Die Felder wurden durch die „Häusler“ und Landarbeiterinnen sowie mit Hilfe von Pferden bewirtschaftet .
Ab Anfang der 1930er Jahre kamen auch zwei Traktoren zum Einsatz.
Im Kuhstall standen 52 Kühe, auch einen Schweinestall und Ochsenstall sowie Kleinviehställe gab es.

Die Insel am Bahnhofsteich

Die Familie von Nostitz-Wallwitz nutzte sie als Park.
Von 1970 bis 1990 wurde dieses Idyll von der Schule als Ferieninsel für die Kinder genutzt zu diesem Zweck wurden mehrere Häuschen gebaut..

Die Teichwirtschaft

Es gab sieben Teiche und ein Fischhaus.
Schon Kunz von Kaufungen soll an den Fischreichen Teichen Gefallen gefunden haben.
Heute werden die Teiche von Privaten Firma in Schweikershain bewirtschaftet.

Die Forstwirtschaft

Zu ihr gehören das Förstereigebäude (gegenüber dem Anna-Stift gelegen) und
die zirka 100ha große Kohlung.

Datum Ereignis
1387 Die Kohlung wird erstmals im Besitz der Herren von Schönburg erwähnt.
1630 Das wahrscheinlich hier betriebene Köhlerhandwerk (daher der Name Kohlung) wird aufgegeben.
1561 Die Kohlung gelangt endgültig in den Besitz des Rittergutes.
1913 Revierförster Heinrich Kunath, der 44 Jahre lang ein sachkundiger Berater der Familie von Nostitz-Wallwitz war und sich große Verdienste um die Kohlung sowie das gesamte Gut erwarb, beendet seinen Dienst.
1945 Der letzte Förster des Ritterguts-Reviers war Albert Regensburg.
Er wirkte auch nach der Enteignung des Rittergutes weiter.
1996 Die Kohlung wird Teil des Staatswaldreviers Geringswalde.

Die Brauerei

Datum Ereignis
1855 Einrichtung der Brauerei. Sie wird vom Rittergutsbesitzer verpachtet.
1907 Der Braubetrieb wird eingestellt, nicht zuletzt durch Außenstände der umliegenden Gastwirtschaften.

Die Schäferei

Zu ihr gehörten das Schäferhaus, eine große Scheune sowie der Schafstall.

Die Mühle

Ihre Entstehungszeit ist nicht eindeutig bekannt.

Datum Ereignis
1702 Die Mühle, mit zwei Mahlgängen und einem Sägewerk, wird 1702 von Georg von Bärenstein für 160 Meisner Gulden verkauft.
1733-1787 Besitzer ist Johann Gottlob Arnold, es kommt zu Streitigkeiten mit
Georg Heinrich Graf von Wallwitz wegen der Wasserregulierung am Mühlteich.
1810 Neubau des Mühlengebäudes.
1861 Rückkauf der Mühle durch Oswald von Nostitz-Wallwitz in den Besitz des Rittergutes. Eine Bäckerei bestand schon im Gebäude.
1882 Einrichtung eines Materialwarenladens durch Gustav Wolf.
1937 Modernisierung des veralteten Mühlenbetriebes durch den Einbau eines elektrischen Mahlwerkes.
Verpachtung der Mühle an den Müller Max Hetzel. Die Bäckerei mit Laden pachtete Johann Mittelmeier.
1944 Am 20. Mai kam es zu einem Bombennotabwurf eines englischen Fliegers am Ostrand des Dorfes.
Durch den Abwurf von etwa 250 Bomben die meist auf dem Feld niedergingen, wurde
die Brauerei leicht beschädigt.
Hierbei kamen aber auch der Müller Max Hetzel sowie zwei polnische Zwangsarbeiter ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt.
Walter Hetzel übernahm nun die Mühle.
1945 Die Mühle wird enteignet und geht in den Besitz der Gemeinde.
1959 Der reguläre Mühlenbetrieb wird aufgegeben.
1971 Johann Mittelmeier gibt die Bäckerei auf.
1992/1993 Die ehemalige Mühle wird umgebaut und modernisiert, es entstehen ein
Gesellschaftsraum, Fremdenzimmer sowie zwei Wohnungen in Dachgeschoss.
1999 Das Standesamt der Gemeinde Erlau wird eingerichtet