Waldheim in Sachsen
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Todesurteile Waldheimer Prozesse

Nach dem Abschluss der 1317 Revisionsverfahren im Juli 1950 waren 32 Todesurteile gefällt. Sieben der zum Tode Verurteilten wurden begnadigt und zwei weitere starben vor der Vollstreckung, die 23 Todesurteile wurden am 4. November 1950 vollstreckt. Vollstreckt wurde die Hinrichtung von Volkspolizisten im Offiziersrang, die die Verurteilten erdrosselten. Grund hierfür war, dass kein Henker gefunden wurde. Folgende Personen wurden hingerichtet:

Paul Coijanovic

* 29.06.1908 in Untersuhl, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Klempner

1933 Mitglied der NSDAP und SA
Informant der Gestapo

Friedrich Duda

* 30.07.1896 in Wiessweinen, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

1919 Polizeibeamter
Leutnant der Polizei in Warschau

Friedrich Beyerlein

* 04.11.1899 in Dresden-Laubegast, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Abordnung zur Kriminalpolizei am 28. Januar 1933 (Kriminalsekretär); später übernommen von der Gestapo
seit 1933 Mitglied der Gestapo in Dresden und Krakau
Konzentrationslager Hohnstein

Karl Erhard Geppert

* 08.01.1894 in Kreuzburg, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Fleischermeister

seit 1938 Mitglied der NSDAP

Dr. Hermann Erhard Hahn

* 13. 05. 1882 Kaiserslautern, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet); evang.

Biografie:

10. 07. 1905 1. Juristische Staatsprüfung in Erlangen, 20. 07. 1905 Vereidigung, Dez. 1908 Staatskonkurs (II 13/40), 01. 09. 1910 Hilfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, 01. 09. 1911 Amtsanwalt in Kaiserslautern, 18. 03. 1915 – 22. 11. 1918 Kriegsteilnehmer (zuletzt Leutnant d.Res., später Charakter als Oberleutnant), 01. 03. 1916 Amtsrichter in Landau/Pfalz, 16. 09. 1920 II. Staatsanwalt in Frankenthal, 01. 05. 1925 Landgerichtsrat ebd.

seit 1933 Mitglied der NSDAP

01. 04. 1933 Oberstaatsanwalt in Würzburg, 01. 08. 1935 Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Zweibrücken, 01. 10. 1936 – 1945 Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Naumburg, Aug. 1945 – Febr. 1950 durch die sowjetische Besatzungsmacht interniert, dann den DDR-Behörden übergeben und in die Strafvollzugsanstalt Waldheim überführt, 07. 06. 1950 durch die Große Strafkammer bei dem Landgericht Chemnitz wegen Verbrechen nach Kontrollratsdirektive 38 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, 07. 07. 1950 in der Revisionsverhandlung zum Tode verurteilt, 04. 11. 1950 in der Strafvollzugsanstalt hingerichtet.

Quelle: Bayerische Landesbibliothek Online, Stand 01.02.2017

Friedrich Heinicke

* 07.06.1892 in Chemnitz, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Kaufmann

1912 Leutnant der Wehrmacht
1920 Hauptmann der Wehrmacht
1933 Reichskolonialbund
1935 Mitglied NSKK
1940 Hauptmann der Wehrmacht (Wiedereintritt)
1941 Major der Wehrmacht
1. Januar 1941 als Kommandant im Wehrmachtsgefängnis Torgau-Brückenkopf eingesetzt

Ernst Karl Johann Heinicker

* 17.11.1906 in Leipzig, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

1931 bis 1945 Mitglied der NSDAP und der SA
1935 bis 1945 Mitglied der DAF
1934 bis 1945 Mitglied der NS
in der SA hatte er den Dienstrang eines Sturmführers
1933 Konzentrationslagers Hohnstein
April 1934 stellvertretender Lagerkommandant des Konzentrationslagers Hohnstein

Kurt Johann Hentschel

* 05.09.1891 in Neustadt/Pirna, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Fleischer und Viehhändler

1. Mai 1933 NSDAP
Oktober 1939 Polizei
Gendarmeriemeister im Kreis Pirna

Dr. Alfred Robert Herzog

* 15.03.1892 in Leipzig, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Amtsrichter in Pirna

1934 bis 1945 der NSV
1938 bis 1945 der NSDAP

Ernst Kendzia

* 02.04.1894 in Danzig, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Kendzia absolvierte in Danzig eine kaufmännische Lehre, hatte bis 1929 eine Stelle als Handlungsgehilfe und war danach als Handlungsbevollmächtigter in einer Im- und Exportfirma tätig. Er trat 1931 in der Freien Stadt Danzig der NSDAP (Mitgliedsnr. 465.054) und 1933 der SS (SS-Nr. 247.843) bei. Dank seiner Parteizugehörigkeit wurde er zum Leiter des Arbeitsamtes unter dem seit 1934 amtierenden Senatspräsidenten Arthur Greiser ernannt. Kendzia wurde Mitglied des Danziger Volkstags.

Bei Kriegsausbruch 1939 hatte er den Rang eines SS-Sturmbannführers und wurde im April 1941 noch zum SS-Standartenführer ernannt. 1942 erhielt er das Gauehrenzeichen, 1943 das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP und 1944 das Kriegsverdienstkreuz I. Klasse.

Nach der deutschen Besetzung Polens 1939 wurde er von Greiser in die Verwaltung der Reichstatthalterei des neuerrichteten Reichsgaus Wartheland nach Posen mitgenommen. Innerhalb der Abteilung Wirtschaft und Arbeit leitete Kendzia als Stellvertreter Herbert Mehlhorns im Range eines Oberregierungsrats das Referat Arbeit[1], aus dem heraus er den Arbeitseinsatz der Polen im Warthegau steuerte. Zusätzlich wurde er am 1. November 1939 dem „Gaukommissariat für die Einwanderung“ der Volksdeutschen als Beauftragter für den Arbeitseinsatz zugeordnet. Am 25. November 1939 war er als Treuhänder der Arbeit Teilnehmer einer vom SS-Sturmbannführer Albert Rapp geleiteten Besprechung, bei der die Evakuierung und Beraubung der jüdischen und polnischen Bevölkerung von Mitarbeitern der Reichsstatthalterei, der Industrie- und Handelskammer, dem Oberfinanzpräsidium, des Bodenamtes und der Deutschen Umsiedlungs-Treuhand besprochen wurde. Es wurde vereinbart, dass auch Kendzias Dienststelle von den wirtschaftlichen Begleiterscheinungen der Evakuierungsmaßnahmen betroffen sei.

Nach der Errichtung des Ghettos Litzmannstadt war Kendzia auch mit dem Verleih jüdischer Zwangsarbeiter außerhalb des Ghettos zum Beispiel auf die Baustelle der projektierten Reichsautobahn Frankfurt/Oder–Posen befasst und regelte als Reichstreuhänder die Tariffragen. Im September 1941 schlug Kendzia dem Lagerverwalter des Ghettos Litzmannstadt Hans Biebow vor, die etwa 5.000 von Biebrow als absolut arbeitsunfähig bezeichneten Juden der Gestapo zu melden, um sie auf diese Weise aus dem Ghetto „abzuschieben“, dabei wurde unter „Abschiebung“ ihre „Vernichtung“ verstanden, was der Leiter des SD-Abschnitts Posen Rolf-Heinz Höppner bereits am 16. Juli 1941 aus der Reichsstatthalterei an Adolf Eichmann nach Berlin kolportierte. Im September 1941 wurde von Himmler und Greiser beschlossen, 20.000 Juden und 5.000 Zigeuner aus dem Altreich in das Ghetto Litzmannstadt zu deportieren und am 20. September erhielten Ltd. Regierungsdirektor Mehldorn und stellvertretend Oberregierungsrat Kendzia von Greiser die Federführung für die erforderlichen Maßnahmen bei der Unterbringung und dem Arbeitseinsatz von Juden und Zigeunern im Wartheland. Im November 1941 stand die Inbetriebnahme des Vernichtungslagers Kulmhof bevor, und Kendzia kündigte in einer Besprechung im Reichsarbeitsministerium an, dass bis auf die arbeitsfähigen Juden alle anderen Juden bis Ende März 1942 „abgeschoben“ sein werden. Im Januar 1942 berichtete das Reichsarbeitsblatt von einer Tagung der Reichstreuhänder der Arbeit, auf der Kendzia gefordert habe, bis zum bevorstehenden Ende des europäischen Judentums die jüdische Arbeitskraft so zweckmäßig als nur angängig anzusetzen.

Im August 1944 wurde Kendzia noch zum Präsidenten des Gauarbeitsamts ernannt.

Nach Kriegsende wurde Kendzia 1950 in den Waldheimer Prozessen wegen Ausbeutung und Misshandlung von polnischen Arbeitskräften zum Tode verurteilt und in der Justizvollzugsanstalt Waldheim hingerichtet.

Quelle: Wikipedia, Stand 01.02.2017

Wilhelm Klitzke

* 20.03.1899 in Jüterbog, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

01.05.1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP
1933 bis 1945 Mitglied NS-Rechtswahrerbund
1928 bis 1940 Staatsanwalt beim Landgericht Berlin
1940 bis 1945 Reichsanwaltschaft beim Volksgerichtshof als Sachbearbeiter

Heinrich Koplowitz

* 26.06.1885 in Oppeln, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Kaufmann

seit 1938 war er Hauswart in einer jüdischen Irrenanstalt
1941 Direktor der jüdischen Irrenanstalt
Ordnungsdienst im Judensammellager Hamburgerstraße Berlin im Auftrag der Gestapo

Arthur Mai

* 15.06.1918 in Chemnitz, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Informant für die Gestapo

Paul Müller

* 27.05.1892 in Delitzsch, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Polizeimeister

Hellmut Friedhelm Peitsch

* 18.11.1906 in Oberzetzscha, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Hellmut Peitsch war ein deutscher Politiker (NSDAP). Er war unter anderem Stadtverordneter in Leipzig und vom 29. März 1936 bis zum Ende des NS-Regimes Abgeordneter des nationalsozialistischen Reichstages.
Nach dem Besuch der Volksschule und der Handelsschule absolvierte Peitsch eine kaufmännische Lehre und war in verschiedenen Betrieben der Kolonialwarenbranche tätig. Im April 1925 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 2.488). Von 1925 bis 1929 war er Mitglied der SA. Von Anfang 1931 war er für die Reichsbetriebszellenabteilung der NSDAP (NSBO) - eine in Konkurrenz zu den freien und christlichen Gewerkschaften stehende gewerkschaftsähnliche Organisation - zunächst als Kreisobmann in Leipzig, später bis zur Auflösung der NSBO im Jahre 1935 auch als Landesobmann für Sachsen tätig.

Nach Gründung der Deutschen Arbeitsfront (DAF), des Einheitsverbandes der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, mit der die deutschen Arbeitnehmer in das Dritte Reich integriert und die gewerkschaftlichen Organisationen aufgelöst wurden, stand Peitsch von August 1933 bis März 1934 zunächst dem Gauleiter der DAF als Adjutant zur Seite und übernahm dann ab April 1934 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Funktion des Gauamtsleiters und Gauobmannes der DAF sowie die Leitung der Arbeitskammer in Sachsen. Als solcher war er in den Kriegsjahren unter anderem verantwortlich für die Versorgung der in anderen europäischen Ländern angeworbenen oder zwangsverpflichteten, in sächsischen Betrieben eingesetzten Arbeiter.

Peitsch übernahm außerdem auch weitere politische Ämter, so als Stadtverordneter in Leipzig und vom 29. März 1936 bis zum Ende des Dritten Reiches als Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis 30 (Chemnitz-Zwickau).

Nach Kriegsende kehrte Peitsch von seinem Dienstsitz Dresden in seine Heimat im Altenburger Land zurück, wo er am 26. Juli 1945 verhaftet wurde. Er wurde sodann ab Herbst 1945 im Sowjetischen Speziallager II (Buchenwald) interniert, offenbar mangels hinreichender Anhaltspunkte für eine Beteiligung an nationalsozialistischen Verbrechen dort weder angeklagt noch verurteilt. Nach Auflösung des Lagers durch die sowjetische Besatzungsmacht wurde er im Februar 1950 mit den übrigen Lagerinsassen der DDR-Justiz überstellt.

Da die Ermittlungen der nunmehr zuständigen Strafverfolgungsbehörden der DDR gegen ihn zunächst offenbar nichts Strafwürdiges zutage förderten, empfahl nach erfolglos verlaufenen Ermittlungen die Ermittlungsstelle ".... Peitsch im Fahndungsblatt der XXX auszuschreiben, da somit nur die Möglichkeit besteht, dass Zeugen gefunden werden." Nachdem Zeugen - die auch in anderen Prozessen passende "Aussagen" lieferten - gefunden waren, wurde Peitsch angeklagt und in einem der drei als Schauprozesse ausgestalteten "Hohnstein-Prozesse" am 27. Juni 1950 zum Tode verurteilt. Der Prozess fand vor einer ausgesuchten "Öffentlichkeit" und unter der Ägide der selbst anwesenden späteren Justizministerin der DDR Hilde Benjamin statt. In ihm wurden elementare Grundsätze eines fairen Verfahrens verletzt. Insbesondere wurden die von Peitsch benannten Gegenzeugen nicht gehört. Zweifelhaft ist auch, ob - wenn das Verfahren ordnungsgemäß abgelaufen wäre - überhaupt eine hinreichende Rechtsgrundlage für eine Verurteilung bestanden hätte. Begründet wurde das Todesurteil im Wesentlichen damit, Peitsch habe mit seiner Tätigkeit der NS-Herrschaft Vorschub geleistet, zur Verlängerung des Krieges beigetragen und seinen Pflichten in Bezug auf die von der DAF zu betreuenden ausländischen Arbeiter nicht genügt.

Die vom staatlich bestellten Verteidiger als erfolgversprechend dargestellten Gnadengesuche der Familie des Verurteilten an den Justizminister der DDR Max Fechner und an den Staatspräsidenten der DDR Wilhelm Pieck wurde zurückgewiesen. Obwohl auch seitens der Staatsanwaltschaft der Familie Peitschs Hoffnung gemacht worden war, dass das Todesurteil nicht vollstreckt werde, wurde Peitsch am 4. November 1950 hingerichtet. Am 15. April 1954 erklärte das Kammergericht (damals West-Berlin) das Todesurteil für nichtig.

Quelle: Wikipedia, Stand 01.02.2017

Erich Willi Pietsch

* 30.01.1905 in Hartha/ Dresden, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

1929 Mitglied NSDAP und SA
1931 SA-Sturmführer
1936 SA-Sturmbannführer
1937 Kreisleiter der NSDAP in Zittau
1942 Sonderführer in Borisovo

Dr. Horst Rechenbach

* 01.10.1912 in Mühlhausen, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Oberfeldrichter

1933 Mitglied der NSDAP und der SA

Wilhelm Karl Hans Rudolf Niejahr

* 04.08.1889 in Stralsund, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

1. Mai 1933 NSDAP
1936 bis 1945 Oberlandesgerichtsrat beim OLG Stettin
1942 Vorsitzender einer Kammer des Sondergerichts Stettin

Dr. Heinz Martin Rosenmüller

* 15.09.1903 in Dresden, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP
1942 Staatsanwalt und Sitzungsvertreter beim Sondergericht in Dresden

Dr. Walter Karl Schmidt

* 10.03.1885 in Crimmitzschau, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Rechtsanwalt in Werdau

Kuno Schneider

* 29.09.1896.Zella-Melhlis, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Mai 1933 - 8. Mai 1945 Mitglied der NSDAP und der NSV
Leiter der Kartenstelle Zella- Mehlis

Karl Steinberg

* 27.10.1897 in Atzendorf, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

1940 NSDAP
31.03.1941 Eintritt in SS
1941-1944 SS- Wachmann Konzentrationslager Auschwitz

SS-Sturmmann 01.07.1941 - 01.12.1941;
SS-Rottenführer 01.12.1941 - 01.09.1943;
SS-Unterscharführer 01.09.1943 - 16.02.1945

Quelle: pamiec.pl, Stand 01.02.2017

Helmut Uhlig

* 07.01.1921 in Aue, † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Beruf Rohrleger

1941 Waffen-SS
Oktober 1941 Außenkommando Sachsenhausen
1942 Außenkommando Buchenwald

Dr. Gerhard Hans Kurt Julius Wischer

* 01.02.1903 in Berlin- Wilmersdorf , † 04. 11. 1950 Waldheim (hingerichtet)

Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Waldheim vom 01.05.1938- 15.10.1945

Medizinisches Staatsexamen am 27.11.1933

01.05.1937 bis 1945 Mitglied der NSDAP
seit 1933 SA
Mitglied in NSDÄB, NSV