Waldheim in Sachsen
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Landesherrliche Urkunde

"Wir Wilhelm von Gottes Gnaden Markgraf zu Meißen, Landgraf in Thüringen und Pfalzgraf zu Sachsen bekennen für Uns und Unsere Erben und Nachkommen und tun kund öffentlich mit diesem Briefe allen denen, die ihn sehen oder hören lesen. Wenn der Gestrenge Herr Dietrich von Beerwalde zum Kriebenstein gesessen, Unser lieber Getreuer, diese nachgeschriebenen Zinsen und Geschoß an Pfennigen und an Getreide, die er bisher von Uns zu Lehen gehabt hat, zur Sankt Otten Kirche, bei Waldheim gelegen, da er ein Kloster der Brüder Sankt Augustins Orden stiften und machen will um seiner Seelen Seligkeit willen, gegeben und beschieden hat: zum ersten zu Ehrenberg 2 Schock Groschen jährlichen Zinses, zu Schönberg zwei Schock Zins und den Berg mit der Höhe, der da heißt der Diebberg und geht an die Fudrichsbach. Jedem Getreide in diesen nachgeschriebenen Dörfern: zum ersten zu Schönberg 2 Scheffel Roggenund soviel Hafer, zu Hökendorf 5 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu Reichenbach 9 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu Grünberg 5 Scheffel Roggen und 1 viertel und soviel Hafer, zu Gebersbach 3 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu Gebersbach 3 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu Neuhausen (Nawenhawsen) 3 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu Grünberg (Grunnbergk) bei des Propstes Leuten 3 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu Lichtenberg bei der Nonnen Leuten zu Döbeln 2 Scheffel Roggen und soviel Hafer von 8 Hufen, item in demselben Dorfe zu Lichtenberg bei der Mönche Leuten von der Zella 2 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu Meinsberg 4 Scheffel Roggen und soviel Hafer, zu der Masseney 5 Scheffel Roggen und 7 Achtel und soviel Hafer, die zwei Mühlen zu Waldheim, die oberste und die niederste und das Wasser, das sich anhebt an dem Dorfe Diedenhain und wendet an Neuhausen, da man von zinset alle Jahre auf St. Martinstag 2 Schock Groschen. Und hat Uns inniglich gebeten, die Zinsen und die Geschocke zu der genannten Kirche zu eignen und zu geben. Darum haben wir dessen, Herrn Dietrich von Beerwalde, innige Begehrungen und lautere Andacht gnädiglich angesehen und haben die obgenannten Zinse und Geschocke an Pfennigen und an Getreide und die zwei Mühlen und das Wasser vorgeschrieben, die uns derselbe Herr Dietrich aufgelassen und sich dessen für sich und seine Erben gänzlich verziehen hat, zu obgenannter Kirche zu St. Otten, bei Waldheim gelegen, geeignet und gegeben, also daß die Brüder und Konvent Sankt Augustins Orden, die da in Gezeiten sein werden, die Zinsen und Geschoß an Geld und Getreide und die zwei Mühlen gebrauchen und Gott daran dienen sollen ewiglich ohne Unser und Unsrer Nachkommen Hindernis. Und eignen und geben die obgenannten Zinsen und Geschoß an Geld und an Getreide zu der obgenannten Kirche zu St. Otten und den Brüdern St. Augustins Ordens, die darein kommen werden, von unser fürstlichen Gewalt, gnädiglich mit diesem Briefe für das ewiglich dabei zu bleiben und dazu zu folgen in aller maßen, als ob in geschrieben steht und eigens Recht ist. Und haben des zur Urkunde Unser fürstliches Insiegel wissentlich an diesem Brief lassen hängen. Hierbei sind gewesen und sind Zeugender Edle und die Gestrengen Unsere Getreuen Herr Allbrecht, Burggraf von Leisnig, der Herr zu Penig, Herr Otto von Schlieben, Herr Hugold von Schlenitz, Tuzmann Grunnenroda, Günther von Bünau, Nikolaus von Honspergk und andere Leute genug, denen wohl ist zu glauben.

Gegeben zu Meißen nach Gottes Geburt 1404 an dem nächsten Sonntage nach dem heiligen Fronleichnamstage